BITTERE PILLE: UNSER GESUNDHEITSSYSTEM BEDROHT SICH SELBST

Generika sind eine tragende Säule unserer Gesundheitsversorgung. Generikaunternehmen sichern die Versorgung von Millionen Menschen mit Hilfe dieser günstigen Medikamente. Zusätzlich schließen die gesetzlichen Krankenkassen sogenannte Rabattverträge mit den Herstellern ab. Diese sollen die Kosten der Krankenkassen noch weiter senken – doch sie haben eine Kehrseite.

Wenn Rabatte teuer werden

Zusätzliche Sicherheitsstandards, komplexer werdende Herstellungsverfahren, neue Regulierungen und die umfangreiche Qualitätssicherung führen seit Jahren zu steigenden Kosten in der Generikaproduktion.

Gleichzeitig reduzieren Rabattverträge die Einnahmen: Durchschnittlich bekommt der Hersteller mittlerweile nur noch 7 Cent pro Behandlungstag* mit einem Generikum.

Kleine Änderungen mit großer Wirkung

Eine wirtschaftlich tragfähige Produktion wird so immer schwerer. Hersteller müssen aufgeben und es kann zu Arzneimittelengpässen kommen – auch bei lebenswichtigen Medikamenten. Dabei würden schon wenige Änderungen am bestehenden System das Problem lösen.

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*Summe der GKV-Ausgaben für Generika zum Herstellerabgabepreis, abzüglich 85 % der Rabatte aus Rabattverträgen, geteilt durch die Anzahl der verordneten Generikatagestherapiedosen im Jahr 2015 (eigene Berechnung; Datengrundlage: INSIGHT Health, BMG).

Schlechte Nachrichten

Das berichten die Medien zu Arzneimittelengpässen:

Kriminelle Strukturen: Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, über Lieferengpässe bei Medikamenten

Zum Artikel Zeit online

Ärzte prangern Lieferengpässe für wichtige Medikamente in Deutschland an

Zum Artikel Medscape

Im Sinne des Patienten: mit drei Gesetzesänderungen zur sicheren Versorgung

  • Verfügbarkeit lebenswichtiger Medikamente sichern

    Zu wichtig zum Feilschen: Für versorgungskritische Wirkstoffe darf es keine Rabattverträge mehr geben. Das verhindert besorgniserregende Engpässe, zum Beispiel bei Antibiotika und einigen Krebsmedikamenten.

  • Versorgung auf breitere Basis stellen

    Für alles gewappnet: In jeden Rabattvertrag muss mehr als ein Unternehmen eingebunden werden. So können Lieferausfälle einzelner Unternehmen von anderen Anbietern ausgeglichen werden.

  • Für nötigen Produktionsvorlauf sorgen

    Generika sind ein Segen, doch sie fallen nicht vom Himmel: Rabattverträge sollen künftig mit einer Übergangsfrist von sechs Monaten vor Lieferbeginn geschlossen werden. Das schafft einen realistischen Zeitraum für die Produktion der Medikamente und den Aufbau von Lagerbeständen.

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